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Zum heutigen Michaelistag

Gesicht vom Erzengel Michael, Blecharbeit von Dorothea Stuffer

“Die sanften Gesichtszüge des Erzengel Michael zeigen, dass das Böse letztlich nur mit Sanftmut überwunden werden kann.” (Impuls von Altpfarrer Ernst-Martin Kittelmann)

 

Zum heutigen Michaelistag, dem Tag der Erzengel Raffael, Michael und Gabriel:

Der Erzengel Michael, starker Kämpfer gegen die feindlichen Mächte, hier mit Schwert und Reichsapfel, oftmals auch gegen den Drachen kämpfend, in Ikonen auch als Reiter gegen den Drachen kämpfend

Der Erzengel Gabriel brachte die Verkündigung am Maria, dass sie – wenn einverstanden! – Jesus gebären würde. Daraufhin erfolgte das wunderbare JA der Maria.

Der Erzengel Raffael: heilende Kraft Gottes, sein Name bedeutet. Gott heilt.

Erzengel Gabriel

Gott ist die Liebe. Willst du sie spüren, öffne dein Herz, wie Maria es tat. Vielleicht spürst du dann die Botschaft des Engels: “Du bist voll Gnade, der Herr ist mit dir. (Franz Ketti)

Aus dem 1. Kapitel des Lukas-Evangelium der berühmte Gruß von Gabriel an Maria:

 “Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.

Erzengel Raffael

Der Erzengel Rafael ist ein großartiger Heiler des physischen Körpers von Menschen aber auch von Tieren.

Raphael spricht “Ich bin die Liebe, die Gott aussendet, um Dich zu heilen”

Erzengel Raphael ist der Patron für Dachdecker, Bergleute, Kranke, Apotheker, Blinden, Reisende, Seeleute, Pilger und Auswanderer.

Der Gedenktag für Erzengel Rafael ist der 29. September (Christentum) bzw. der 8. November (Orthodox).

Der Erzegel Michael mit Schwert und Reichsapfel

Hier eine sehr alte Anrufung an den Erzengel Michael:

Oratio ad Sanctum Michael

lateinisch

Sancte Michael Archangele,
defende nos in proelio,
contra nequitiam et insidias diaboli esto praesidium.
Imperet illi Deus, supplices deprecamur:
tuque, Princeps militiae caelestis,
Satanam aliosque spiritus malignos,
qui ad perditionem animarum pervagantur in mundo,
divina virtute in infernum detrude.
Amen.

Michaelsgebet
Übersetzung, Altfassung

Heiliger Erzengel Michael,
beschirme uns im Kampfe gegen die Bosheiten
und Nachstellungen des Teufels.
Sei Du unsere Schutzwehr;
Gott gebiete ihm mit Macht, wir bitten demütig darum.
Und Du, Fürst der himmlischen Heerscharen,
stürze den Satan und die anderen bösen Geister,
die zum Verderben der Seelen in der Welt umherwandern,
mit göttlicher Kraft in die Hölle hinab.

Amen
St. Michael Salva Nos!

Raffael, Gabriel und Michael, dargestellt in Blech von der Künstlerin Dorothea Stuffer  am Lichterweg in Kollnburg im Januar 2021




Glauben er-leben

Hans-Ulrich Rothe und Waldemar Schäfer gestalteten den heutigen Sonntagsgottesdienst gemeinsam.

Heute Gauben er-leben

Pfarrer Waldemar Schäfer und Prädikant Ulrich Rothe gestalteten
gemeinsam den Gottesdienst in der Christuskirche Viechtach

Am heutigen Sonntag durfte die evangelische Kirchengemeinde in
Viechtach zwei ihrer hochgeschätzten und altbewährten Prediger erleben:
den Prädikanten und Lektor aus Viechtach Hans-Ulrich Rothe, der nunmehr
schon seit 49 Jahren das Glaubensleben in der evangelischen
Kirchengemeinde aktiv mitgestaltet, und Pfarrer i.R. Waldemar Schäfer.

Waldemar Schäfer, ehemals Pfarrer in Berlin Friedenau, lebt seit 1994 in
Prackenbach. Seit der Erkrankung seiner Frau Marianne, die ihm als
Pfarrfrau bei seinen Gottesdiensten stets als begeisterte Lektorin
unterstützt hat, hat Pfarrer Schäfer keine Gottesdienste mehr in seiner
Wahlheimat halten können. Marianne Schäfer verstarb 2020.

Den liturgischen Teil des Sonntagsgottesdienstes gestaltete Ulrich Rothe
in Gebet, Psalmgebet und Lesung. Die Predigt hielt Pfarrer Schäfer.

Pfarrer Schäfer hält eine lebendige und tiefgreifende Predigt.

Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. (Joh.5,4)

In einer tiefgreifenden und lebendigen Predigt legte der Geistliche dar,
dass die Menschen immer wieder neu das Wort Gottes brauchen. Gott traue
uns zu, dass wir Glauben leben, und dass wir es wagen, zu segnen und im
Gespräch mit anderen auf die christliche Hoffnung hinzuweisen. Dazu
gehöre oftmals viel Mut, doch nur so könnten auch junge Menschen sehen,
dass Glaube kein starres Gesetz sei und nichts mit der gängigen Moral
oder mit einer “traditionellen Frömmigkeit” zu tun habe. Glaube frage
vielmehr: Was spricht Gott zu mir heute, jetzt und in diesem Augenblick?
Die Antwort könne aus einer Predigt kommen. Doch Predigt sei nicht nur
etwas, was jemand da vorne auf der Kanzel sage. Predigt könne auch sein,
dass ich plötzlich aus einem von mir selber gesprochenen
Glaubensbekenntnis oder dem Lesen eines Bibelwortes höre, wie hier Gott
direkt in meine Seele spricht. Glaube sei kein “Sahnehäubchen”, welches
mal kurz das Leben versüßt.

“Christus möchte, dass wir ihm ganz persönlich unser Leben übergeben.
Wir sollen aber durchaus auf eigenen Füßen stehen. Glaube heißt nicht,
dass wir keinen eigenen Willen haben. Gott traut uns zu, dass wir
fruchtbar mit dem Samen seines Wortes umgehen. Das Wort Gottes trägt
mich und gibt mir die Möglichkeit zu leben. Gott spricht immer wieder
neu durch sein Wort. Der Glaube ist immer unvollendet und braucht stets
neue Begegnung und Ansprache.”

Die liturgische Gestaltung übernahm Hans-Ulrich Rothe, Prädikant und Lektor seit 49 Jahren.
Segen



“Bis hierhin hat mich Gott gebracht” – zum 90. Geburtstag unseres Vereinsmitglieds Milda Stuffer

Ihr Lächel ist wunderschön!

Unser langjähriges Vereinsmitglied, Frau Milda Stuffer, Mutter, Großmama und Urgroßmama konnte am vergangenen Montag ihren 90. Geburtstag in Frische und Dankbarkeit feiern. Der Ehrentag wurde auf der Terrasse von der Pilgerstation Stufferhaus gefeiert.

Am Feierabend eines so langen Lebens hat Milda Stuffer viel zu erzählen, Schönes und Schweres. Am schlimmsten war der plötzliche Tod von “Papa”. Seitdem hat sie sich mit Tapferkeit, Sparsamkeit und Wachsamkeit mit ihren zwei Söhnen durchgeschlagen, die beim Verlust des Vaters erst 6 und 13 Jahre alt waren. Ein Sturz im letzten Jahr machte es notwendig, dass sie ihre Wohnung im schönen Allgäu aufgeben und ein ein Pflegeheim gehen wollte. Am liebsten wollte sie in den Bayerischen Wald! Sie ist eine großartige Geschichten- und Gedichte-Erzählerin, da passt Wald! Milda Stuffer ist sehr zufrieden, ja sogar glücklich in ihrer neuen Heimat und wird im Pflegeheim bereits “Engel der Station” genannt, weil sie sehr kommunikativ ist und sich rührend um ihre schwerst behinderte Zimmerkollegin annimmt.

Standkonzert des Posaunenchors im Garten des Altenheims St. Elisabeth anlässlich Großmamas 90. Geburtstages

Doch mit dem Montag ist die große Feier zum 90. noch nicht vorbei!

Am Donnerstag Nachmittag spielten auf der Gartenterrasse des Altenheims acht Mitglieder des evangelischen Posaunenchors für unsere Mutter ein Standkonzert!

Es erklingen Volkslieder wie “Wahre Freundschaft soll nicht wanken” und Choräle wie “Bis hierhin hat mich Gott gebracht” und “Großer Gott wir loben dich”. Etliche Mitbewohner/innen hören im frühherbstlichen Sonnenlicht den feierlichen Klängen zu. Da bleibt kein Auge trocken!

Großmama zeigt sich überglücklich: “Schon seit Monaten habe ich immer wieder zu den Pflegepersonen gesagt, irgendwann sollten wir alle gemeinsam, egal ob katholisch oder evangelisch oder muslimisch oder welche Religion auch immer, das Großer-Gott-wir-loben-dich singen.”

Großer Gott wir loben dich:

Wahre Freundschaft soll nie wanken:

https://youtu.be/fnyx9PbGuEk 

Bis hierhin hat mich Gott gebracht:

https://youtu.be/nrX2UzR0ZDQ 

Nun danket alle Gott:

https://youtu.be/moSTDmdG1fo Tränen der Rührung

 Pfarrer Roland Kelber spricht noch ein Gebet, und dann überreicht er Großmama ein Geschenk, woraufhin sich die beiden noch eine Zeitlang über ihr Leben austauschen.




Hildegard von Bingen – Gedenktag am 17. September

Minitatur auf Blech gemalt von Dorothea Stuffer nach einem alten Vorbild – Hildegard ist in Klausur und empfängt göttliche Inspirationen. Sie hat in dieser Zeit der Klausur lediglich Kontakt mit ihrem Beichtvater, der ihre göttlichen Inspirationen niederschreibt.

 

 Anlässlich des Gedenktages der heiligen Hildegard von Bingen am 17.September hier ein kleiner Beitrag in unserem Wolfgangsblog.

Da unsere 1. Vorsitzende vom Verein Pilgerweg St. Wolfgang Hildegard Weiler immer wieder gewisse Parallelen zu dieser großartigen Frau des Mittelalters zeigt, möge dieser Beitrag auch ein Gruß an unsere hochgeschätzte Hildegard Weiler sein.

“Gott ist ewig, und Ewigkeit ist Feuer, und das ist Gott. Und Gott ist kein verborgenes, kein schweigendes Feuer, sondern ein wirkendes Feuer.” (Hildegard von Bingen)

Bereits 50 Jahre nach ihrem Tod + 1179 beginnt der Weg ihrer Heiligsprechung. Schon zu Lebzeiten wurde sie wie eine Heilige angesehen. Doch das Schiff der Kirche fährt langsam, und so wurde Hildegard erst im Jahre 2012 von Papst Benedikt XVI heilig gesprochen. Ihr Gedenktag ist der 17. September.

Die Äbtissin Hildegard gründete Abteien bei Bingen und Rüdesheim.

Sie war Visionärin und Naturwissenschaftlerin, Dichterin und Ärztin, Mystikerin und Politikerin, Ratgeberin der Großen ihrer Zeit, sie unternahm ausgedehnte Predigtreisen und erstellte ein umfassendes literarisches Werk. Sie komponierte heilige Gesänge, die in ihrem Klang ganz einzigartig sind. “Diese Gesänge sind von Gott eingegeben”, sagt Hildegard “denn ich habe nie Gesang studiert, die Gesänge waren einfach da.”

„Kosmos, Leib und Seele“ aus dem Liber divinorum operum I.4

Hildegard schaut den Kosmos – nicht als Welten des Zufalls, sondern als Schöpfung. Die Mitte ist Adam, der wohlgestaltete Mensch, der vor der Erdkugel steht mit ausgebreiteten Armen (wie der neue Adam am Kreuz) Der Makrokosmos umgibt ihn in verschiedenen Kreisen, mit guten und bösen, hellen und dunklen Kräften. Alle diese Kreise sind umfasst von Caritas, einer Frauengestalt (roter Kreis). Caritas, die glühende Liebe, über der das Antlitz Gottes steht. Groß steht der Mensch vor Hildegard, groß der Kosmos im positiven und negativen Kräften. Größer ist die Liebe, die alles zusammen hält. Wer auf diese Ganzheit blickt, erfährt Heil. (Bildinterpretation nach Schulz/Lechner/ Herder Verlag)

“Achte mit Sorgfalt darauf, dass durch die Wechselhaftigkeit deiner Gedanken die gründende Kraft, die du von Gott hast, in dir nicht dürr wird.” Hildegard von Bingen)

Hinweis:

Es gibt auch einen Hildegard-von-Bingen-Pilgerwanderweg! Er verläuft entlang ihrer Lebensstationen.

 

 




Wir gratulieren!

Beitrag im Heft 3 “Der Bayerwald” – Zeitschrift des Bayerischen Wald-Vereins e.V.

Ende Juli diesen Jahres wurde der Sonder-Kulturpreis des Landkreises Regen an die Viechtacher Familie Grotz verliehen. Mit großem Engagement bringt die Grotz-Family das Bewusstsein für die Geschichte der Region unter die Leute. Im Museum, welches Vater Helmut Grotz (+ 2013) hergerichtet hat – “Schmiedhaus” – gibt es immer wieder Ausstellungen und Führungen, die die beiden Töchter Marie-Luise und Elisabeth leiten. Aktuell gab es mit Elisabeth eine Führung mit Geschichts-Erklärung auf der Burgruine Neunussberg.

 

 Elisaeth Grotz ist Gründungsmitglied vom Verein Pilgerweg St.Wolfgang.

Wir gratulieren !




Blechschäfchen renovieren

Dieses Wolfgangs-Schaf im Wald auf dem Weg zur Frath sieht etwas müde aus.

Das Alleinstellungsmerkmal am Wolfgangsweg-Herzstück sind die Blechschafe. Seit nunmehr 19 Jahren stehen sie tapfer in der Natur am Weg und harren aus  – bei jedem Wetter.  Pilgerhelferin Elke Weber und Künstlerin Dorothea Stuffer haben das milde Wetter genutzt und sich wie verantwortungsbewusste Hirtinnen auf den Weg gemacht, um zu sehen, wie es den Schafen geht. Auf dem vielbegangenen Weg vom Wolfgangskapellen-Kreuzweg hinüber zur Frath befindet sich ein Schaf, um dessen Renovierung Hildegard Weiler gebeten hat.

Zuerst mal das Schaf aufrichten

Jetzt strahlt es wieder in frischem Glanz!

Unterwegs haben die beiden Blechschaf-Hirtinnen noch weitere Schäfchen besehen und mit Sprühlack und einigen Farbtupfern winterfest gemacht. Elke Weber und Dorothea Stuffer konnten erfreulicherweise feststellen, dass die Blechschafe in der Tat nach so vielen Jahren nicht nur in recht gutem Zustand sind, sondern auch regelrecht zum beliebten “Kulturgut” der Region gehören.

“Überall im Bayerwald trifft man auf die Blechschafe!”  

Dieses Blechschaf bei Asbach wurde von der zuständigen Gemeinde an einem neuen Schilderwald gut installiert.

Vor Gstadt

Blechschaf bei der Kapelle in Gschadt

Touristen bei den Blechschafen beim Bahngleis in Viechtach

Dieses Schaf heißt “Rosa” und steht in anderer Richtung, nämlich bei Münchshöfen, und wurde auch frisch renoviert.




Pilger-Radtour am Wolfgangsweg – – grenzüberschreitend

Pilger Rudi Simeth

Unser hochgeschätzter lieber Pilgerbruder Rudi hat vor kurzem am Wolfgangsweg eine Pilgertour mit dem Fahrrad gemacht und uns hier eine herrliche dokumentarische Bilderfolge mit Liedern, gesungen zur Veenharfe, zukommen lassen, die wir Ihnen auf keinen Fall vorenthalten möchten.

Pilger Rudi Simeth informiert:

„Pilger-Radtour von St. Wolfgang Haibühl auf Wolfgangsweg über Kolmstein nach Neukirchen b. Hl. Blut. Wallfahrerweg über die Grenze zur Herkunft des Gnadenbildes nach Loučim. Über Dobrá Voda nach Zelená Lhota St. Wolfgang. Zurück über Neurittsteig.“

“Diese Orte bedeuten mir alle sehr viel.”

Auch die Worte von Hildegard Weiler  über den spirituellen Pilgerweg haben mich angeregt.

Auch (noch) unmarkiert über alle Grenzen hinweg spüre ich diesen „heiligen“ und heilsamen Weg so, wie die Urvölker noch ohne Schrift und Landkarten ihre „heiligen Wege“ als „Songlines“ gespürt und besungen haben. So finden wir uns oft „blind“ zurecht, wenn wir nur ganz tief ins Spüren gehen.

 Pilgergrüße aus dem Herzen

 Pilger Rudi

 Und hier die musikalisch untermalte Bilderserie:

Wolfgangskirchen u Dobrá Voda – Heilsame Wanderungen (waldaugen.de)

 

Unser Gruß an Rudi Simeth:

Da hören wir eine vertraute Pilgerstimme mit der wunderschönen Veenharfe, untermalend die vielen Kleinodien, die hier mein Pilgerbruder im wahren Pilgersinne besucht, betrachtet und gewürdigt hat und nun vielen virtuellen Wolfangspilgern zu meditieren ermöglicht hat. Eine hervorragende Bilderfolge mit toll recherchierten Untertiteln. Das ist eine wirklich sehenswerte Pilgertour im Geiste und in Wirk-lichkeit.

Danke, Pilgerbruder Rudi!

Deine Pilgerschwestern in Betrachtung, die “3 Engel vom Wolfgangsweg” Hildegard, Adelheid  und Dorothea

 

Gruß von Dorothea Stuffer:

Lieber Pilgerbruder Rudi,

mich freuen ganz besonders die Blechschäfchen am Weg, aber nicht minder die Bilder mit den Engeln/Schutzengeln und ganz groß die alten Bäume.

Herzliche Grüße von deiner Pilgerschwester Dori

Deine Gedanken zu dem Folgen der erspürten Wege sind WUNDERBAR!! DANKE!!!!!
Das ist weg-weisend. Du bist eben ein wirk-licher Pilger und Pilgerführer!

Gedanke von Pilger Rudi:
“Auch (noch) unmarkiert über alle Grenzen hinweg spüre ich diesen „heiligen“ und heilsamen Weg so, wie die Urvölker noch ohne Schrift und Landkarten ihre „heiligen Wege“ als „Songlines“ gespürt und besungen haben. So finden wir uns oft „blind“ zurecht, wenn wir nur ganz tief ins Spüren gehen.”

 

 




Keine Modeerscheinung – Hildegard Weiler über den Wolfgangsweg und seine Wirkung auf Pilger

Keine Modeerscheinung 

Hildegard Weiler über den Wolfgangsweg und seine Wirkung auf Pilger 

“Es ist not, dass wir die Gnade Gottes nicht in den Wind schlagen.  – Kauft, solange der Markt vor der Tür ist! Sammelt ein, solange die sonne scheint und gut Wetter ist! Braucht Gottes Gnade und Wort, solange sie da sind!” Dieser Ausspruch von Martin Luther ist 500 Jahre alt und scheint heute wieder hochaktuell zu sein. Hitzewellen, Pandemie, Kriege, heftige Gewitterstürme mit Hagel und Starkregen und andere Katastrophen berühren täglich unseren Alltag und bringen die Menschen immer mehr dazu, intensive existenzielle Fragen zu stellen. Pilgern ist wieder modern geworden. Neue und alte Pilgerwege laden ein. Was macht beispielsweise den Wolfgangsweg aus? darüber spricht Hildegard Weiler. die Vorsitzende des Vereins Pilgerweg St.Wolfgang.

Frau Weiler, was macht den Wolfgangsweg zu einem geistigen Weg?

Hildegard Weiler: Der Wolfgangsweg ist wirklich ein Heiligenweg. Die Betonung liegt nicht auf Pilgerweg. Das Vorbild ist der heilige Wolfgang. Es handelt sich dabei nicht um eine Mode-Erscheinung. Beim Wolfgangsweg wird man auch zu  den anderen Heiligen geführt, zum Beispiel zu den 14 Nothelfern, zur Gottesmutter Maria, zum heiligen Gunther und anderen.

Wie könnte man den Werbeeffekt des Wolfgangsweges noch weiter steigern?

Weiler: In der Werbung gilt das Prinzip: Wer investiert, den sieht man. Am Via Nova zum Beispiel haben viele Gruppen, fachkundige, Institutionen mitgearbeitet und mit Unterstützung von EU-Geldern in kurzer Zeit den sogenannten “Pilgerweg des 21.Jahrhunderts” gebaut. Dadurch wurde der Weg gut angeworben und schnell bekannt. Doch wurde am Via Nova leider der Heilige Wolfgang, der sich als tragende Figur auf dem Via Nova hervorragend geeignet hätte – das Ziel ist St. Wolfgang in Österreich – nicht hineintransportiert. Das verflacht eigentlich alles. Mit dem heiligen Wolfgang hätte dieser wunderschöne  Weg viel mehr Tiefe, Tragfähigkeit und Nachhaltigkeit bekommen.

Ein guter Freund und Mitträger der Wolfgangsweg-Idee, Rudi Simeth aus Weiding in der Oberpfalz (“Pilger Rudi”),war bereits zweimal am Via Nova als Wolfgangspilger unterwegs. Egal ob mit Füßen, mit dem Fahrrad oder im Geiste gegangen, geben diese Wege äußere und innere Kraft. Das  hat er immer wieder erfahren.

Warum ist der heilige Wolfgang bis heute noch so beliebt und hat die Epochen so gut überstanden?

Weiler: Er ist einer der beliebtesten Heiligen, denn er hat eine absolut integere Biografie. Er hat immer wieder Macht abgegeben, war immer in den Herzen, war ein Mönch der Stille, stets im Gebet in Kontakt zu Gott, auch als Bischof! Er war und ist heute noch beliebt beim Volk, denn er hielt die Volksfrömmigkeit hoch und schätzte sie. Der Wolfgangsweg berührt mit dieser Leitfigur die Lebensart der Menschen und spricht sie an, spricht in die Herzen. Es gibt viele Wolfgangspatrozinien auch jenseits des Wolfgangsweges. Als Schutzpatron ist Wolfgang präsent in Aachen, Köln, Nürnberg, Chiemgau und an viele anderen Orten.

Wie könnte der Wolfgangsweg eine noch größere Bekanntheit erreichen? 

Weiler: Der Wolfgangsweg ist bekannter, als man so auf den ersten Blick wahrnimmt. Immer wieder werden wir von Menschen positiv angesprochen, die ein kurzes Stück hier in der Gegend gegangen sind, wir nennen das gerne “Stundenpilgern”. De Einträge dankbarer Erfahrungen im Kapellenbuch der Wolfgangskapelle sind zahlreicher denn je!” Solche sogenannten Zeugnisse erachtet die Wolfgangspilgerin als besonders wichtig. “Pilger Rudi Simeth könnte darüber ein ganzes Buch schreiben. Er hat auch viele seiner Erfahrungen unterwegs dokumentiert. Darüber und über seine Streckenforschungen sind wir sehr dankbar.” Ein wichtiges Zeil des Vereins sei nun, dass alle auf der Stecke nach Regensburg liegenden Gemeinden den Weg in ihre Tourismuskarten aufnehmen würden, und der gesamte Weg im BayernAtlas von jedermann abgelesen werden könne. Der Wolfgangsweg ist bereits in einigen Gemeindewanderkarten eingetragen, ebenso in einigen Streckenabschnitten in der Fritsch-Wanderkarte.

Der Wolfgangsweg als Lebensaufgabe

 Das Herzstück des Wolfgangsweg verläuft zwischen der Böbracher Wolfgangskapelle über St.Augustinus in Viechtach bis zum Pröller und nach St. Englmar verläuft, wo sich seine Ziele in zwei Richtungen ausstrecken, einmal nach St. Wolfgang im österreichischen Salzkammergut und zum anderen nach Regensburg.

Der Heilige Wolfgang bestimmt verlauf und Ziel dieses grenzüberschreitenden Pilgerweges, an dessen Ausarbeitung Tschechien, Österreich und Bayern arbeiten. Den Bayern-Teil hat sich der Verein Pilgerweg St. Wolfgang vorgenommen. “Eine Lebensaufgabe!” – wie Hildegard Weiler, 1.Vorsitzende des Vereins, feststellt.

Hildegard Weiler wohnt am Fuße des Kreuzweges zur Wolfgangskapelle am Wolfgangsriegel und ist sogar Besitzerin dieses Kleinods unter den sagenhaften Granitfelsen. Seit vielen Jahren ist sie beseelt von der Idee, die Spuren des Heiligen Wolfgang wieder hervorzubringen, der ganz in der Nähe ihres Einödhofes auf seinem Weg nach Böhmen übernachtet haben soll. “Es gibt viele Pilger- und Wanderwege, die den Menschen angeboten werden, den Jakobsweg, den Via Nova, den Kötztinger Weg, den Goldsteig”, sagt Hildegard Weiler “Die geistige Botschaft wird immer transportiert auf irdischen Wegen.” Bei einem geistigen Pilgerweg, wie ich den Wolfgangsweg bezeichne, ist die Sinn- und Zielgebung in erster Linie auf eine geistige Botschaft ausgerichtet, die dieser Weg übermitteln will.” Dabei sei der Heilgen Wolfgang die tragende Orientierungsfigur. Sein Wesen und sein Leben, sein Glauben und seine Lebenshaltung haben Vorbildcharakter und und wirken seit mehr als tausend Jahren bis heute. Die ausgebildete Pilgerführerin hat sich ausgiebig mit dem heiligen Missionar, Reformer und Bischof von Regensburg, Patron von Bayern, beschäftigt. Von Anfang an stand das Leben dieses stillen Mönchs unter einem leuchtenden Stern. Seine Aktualität und Beliebtheit hat die vielen historischen Epochen ungebrochen überstanden.

” In der Geschichte gibt es immer wieder neue Epochen. Das heißt nicht,  dass wir immer wieder die Welt neu erfinden müssen. Wir müssen, um die Menschen für den Wolfgangsweg zu interessieren, nicht immer wieder neuen Aktionismus bieten, um die Menschen zu rufen. es ist vielmehr ein Vorgang des Reifens.”

Hildegard Weiler, die Vorsitzende des Vereins Pilgerweg St.Wolfgang

Interview und Fotos: Dorothea Stuffer – – Bericht: Viechtacher Anzeiger /Mittelbayerische Zeitung