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Am Wolfgangsweg über dem Nebelmeer

Rauhreif schmückt Farne und Bäume

Stundenpilgern im Advent: 

Wir wählen die Hochweg-Strecke am Wolfgangsweg von Münchshöfen zum Pröller. Zur Zeit besteht ein stabiles Hoch mit Inversionswetter. In den Tälern des Bayerischen Waldes hält sich zäher Nebel. Aber die Gipfel der Tausender ragen übers Nebelmeer wie Inseln.

Lassen wir uns bezaubern.

Der Weg ab Münchshöfen verläuft bereits über 800 Metern Höhe und läuft relativ eben oder sagen wir sanft aufsteigend nach Hinterwies (unterm Pröller) hinauf. Die Strecke beträgt 2 Kilometer. Bis zum kurzen, etwas steileren aber leicht gehbaren Pröller-Gipfel ist es noch etwa 1 Kilometer.

Als wir noch im Tal von Viechtach sind, schmückt Raufreif die Farne und Bäume und verleiht trotz Grau in Grau der Landschaft einen adventlichen Silberglanz.

Doch dann tauchen wir heraus aus den Nebelschwaden. Wir sind in Münchshöfen.

Schilderwald in Münchshöfen – Alle Wanderstrecken sind gut markiert.”W” = Wolfgangsweg

Einstieg zum Höhenweg zum Pröller hinauf

Wir halten uns an das Blaugelbe “W” bzw. am Sechzehner

Naturbelassene Hochlandwiese im Spätherbst

Durch den Wald dem Licht entgegenUnd nun öffnet sich der Weitblick übers Nebelmeer

Schatten: weiß – Sonne: grün

Hinterwies: Blick zum Arber übers Zellertal

Abfliegen – – –

Und: Original-Wolfgangsweg-Blechschäfchen am Weg




Lichterweg als Zeichen der Hoffnung – ein Beitrag von Marion Wittenzellner, PNP

Auch einige Blechfiguren der Viechtacher Künstlerin Dorothea Stuffer nebst Impulsen vom evangelischen Ruhestandspfarrer Ernst-Martin Kittelmann finden sich entlang der Lichterwege. −Foto: M. Wittenzellner

Dieser Tage ist manches anders als gewohnt: Keine belebten Weihnachtsmärkte inklusive “gmiatlichem Ratsch” beim Glühweinstand, keine Adventskonzerte, und selbst im Familien- und Freundeskreis sind die Möglichkeiten für gemeinsame Stunden stark begrenzt. In dieser für viele Menschen enorm belastenden Ausnahmesituation möchte die Gemeinde Kollnburg ihren Bürgern deshalb nun mit einer ganz besonderen Aktion signalisieren: “Unsere Gmoa hoid z’samm!”.

Ab Sonntag laden daher eigens gestaltete Lichterwege im Burgdorf, in Kirchaitnach und in Allersdorf während der gesamten Advents- und Weihnachtszeit zum Spazierengehen, Entdecken, Genießen und Entspannen ein. Auf nicht allzu langen, für die gesamte Familie von Jung bis Alt leicht gangbaren Routen erstrahlen die anliegenden Häuser dann täglich ab Einbruch der Dunkelheit bis circa 20 Uhr ganz besonders hell und festlich.

In Kollnburg führt der Lichterweg vom Rathaus über die Markstallerstraße, die Raiffeisenstraße und den Kirchenweg hinauf zum Dorfplatz, und von dort (mit einem kleinen Abstecher zum Anwesen Zankl) über die Burgstraße wieder zurück zum Rathaus.

In Kirchaitnach geht’s los beim Pfarrheim, vorbei an der Kirche und am Friedhof bis zur Alten Schule. Von dort führt der Weg weiter ins Neubaugebiet, und dann auf dem Gehweg an der Kreisstraße REG 14 entlang wieder zurück zum Pfarrheim.

In Allersdorf führt der Rundweg von der Dorfkirche in Richtung der Anwesen Penzkofer und Strohmeier, und schließlich am Dorfwirtshaus vorbei wieder zurück zur Kirche. − maw (Marion Wittenzellner)




Das Wolfgangslied – vorgetragen von Josefa Schmid

Josefa Schmid und ihr persönliches Wolfgangs-Birkenkreuz

Josefa Schmid, Schirmherrin des Bayerwald-Herzstücks vom Wolfgangsweg, hat bei der Birkenkreuz-Segnung am Wolfgangstag 2020 ein gut 1000Jahre altes Wolfgangslied vorgetragen. Wir bedanken uns für jedwede Unterstützung unserer Pilgerprojekte! Eines der gesegneten Birkenkreuze befindet sich als Dank nun in Josefa Schmids Privatbesitz. Wir grüßen nach Kollnburg!

Das Wolfgangslied 

1. Sankt Wolfgang, heil’ger Gottesmann,
der Gottes Wort gelehrt.
Der jung und alt für Gott erzog.

Die Sünder hat bekehrt.

 

Heiliger Wolfgang, denk an uns,
bitt für uns, verlass uns nicht!
Heiliger Wolfgang, denk an uns,
bitt für uns, verlass uns nicht!

 

2. Du guter Hirt im Bayernland,
du Helfer in der Not.
Gesundheit gabst du, Trost im Leid,
der Arme aß dein Brot.

 

Heiliger Wolfgang, denk an uns,
bitt für uns, verlass uns nicht!
Heiliger Wolfgang, denk an uns,
bitt für uns, verlass uns nicht!

 

3. Du Bischof, deines Standes Zier,
voll Demut, voll von Lieb.
Uns Lebenden den Frieden bring,
die Ruh den Toten gib.

 

Heiliger Wolfgang, denk an uns,
bitt für uns, verlass uns nicht!
Heiliger Wolfgang, denk an uns,
bitt für uns, verlass uns nicht!

 

4. Sankt Wolfgang, den der Herr erhöht,
weil du als Knecht getreu.
Mach, dass auch uns, wie du getreu,
der Himmel einst erfreu.

 

Heiliger Wolfgang, denk an uns,
bitt für uns, verlass uns nicht!
Heiliger Wolfgang, denk an uns,
bitt für uns, verlass uns nicht!

 

Josefa Schmid, ehemalige Bürgermeisterin von Kollnburg, trägt das Wolfgagslied vor.




Das Künstlerin- Interview

Josef Arweck mit Dorothea Stuffer im Gespräch (Foto: Elke Weber)

Vor einer Woche hatte unsere Künstlerin Dorothea Stuffer die Ehre, dem bekannten Autor Josef Arweck ein Interview zu geben. Ein Artikel über ihre künstlerische Arbeit ist für die “Altbayerische” vorgesehen, in welcher Josef Arweck vor kurzem einen großen Bericht über die Wolfgangskapelle, Tradition, Sage, Geschichte und neue Tradition (Blechschafe, unser Wolfgangspilgerverein, die Birkenkreuze) geschrieben hat.

Herzlichen Dank an Josef Arweck!

Beim Ausschneiden einer Blechfigur (Hirte) – Foto: Josef Arweck

Im Malerzimmer  – Foto: Josef Arweck

In Dorotheas Blechwerkstatt mit Wölfen, Kuh und Erzengel Michael – Foto: Josef Arweck

Die “Altbayerische” erscheint bayernweit.

Diese fürs Foto spontan mit Kreide auf rostiges Blech skizzierte Hirtenfigur möchte Dorothea Stuffer als “Mysterium” auf jeden Fall fertig stellen.




Ein Birkenkreuz grünt – Grüße von und an Pilger Rudi Simeth

Zeichnung: Der heilige Wolfgang ersteigt eine steile Treppe und erreicht – in Begleitung eines Wolfes – ein grünendes Birkenkreuz. Daneben ein Engel-Impuls von Altpfarrer Ernst-Martin Kittelmann

Unser hochgeschätzter “Pilgerbruder Rudi” = Rudi Simeth  hat uns eine wunderschöne Mail anlässlich der Birkenkreuz-Segnung am vergangenem Wolfgangstag, dem 31.Oktober 2020, gesendet:

Liebe Pilgerengel und Pilgerfeunde vom Wolfgangsweg!

Die Birkenkreuz-Andacht am Wolfgangskreuzweg und das Davor und Danach waren sehr bewegend und spirituell – auch für mich.

Und das ist das ganz Besondere an euch Engeln vom Wolfgangsweg.

Aus unterschiedlicher Herkunft und Lebensmodellen darf kann Jede/Jeder so sein wie sie/er nun mal sind.
Mit allen Licht- und Schattenseiten in gegenseitiger Achtung und Respekt voreinander.

Und großer Hilfsbereitschaft füreinander.

Ein guter Sauerteig für das Brot des brüder-/schwesterlichen Lebens miteinander.

Alles ist eins – wir haben nur diese eine Weltkugel – ein winziges Staubkorn im unendlichen Universum.

Wenn wir alle unsere Talente für ein gelungenes Miteinander einsetzen, ohne uns beirren zu lassen, wird alles gut.

Ich wurde weiter bestärkt – vielleicht schon im kommenden Jahr – die westliche Variante des Wolfgangsweges über Regensburg zu erkunden.

Der Rückweg von St. Wolfgang bleibt bewusst offen – Ich hab da aber auch schon einige Ideen.

Herzliche Pilgergrüße sendet allen treuen Mithelfern und -Helferinnen

Euer Pilgerbruder Rudi

Lieber Pilgerbruder Rudi,

die Begegnung mit Dir am vergangenem Wolfgangstag  – wie uneinschätzbar doch die Zeit voranschreitet! – war wiedermal ganz WUNDER-BAR! Ebenso dieser wunderbare Gruß von Dir. Ein klarer Segen, so wie der makellose Himmel heute, unter dem Du vielleicht gerade wanderst, stets den Blick in die Wahrheit der Klarheit gerichtet, egal ob Nebel oder Sonnenschein, Schnee, Gewitter oder Irgendwiewetter – – egal ob morgens, mittags, abends.  Das Birkenkreuz, welches wir Dir zur gesegneten Fortsetzung deines Pilgerweges  mitgegeben haben, ist ganz freundlich, naturnahe und hell, Es grünt – – – –

Hierzu senden wir Dir und allen Wolfgangsfreunden eine Bibelrand-Skizze von deiner “Pilgerschwester Dorothea” mit einem Segenspruch von Altpfarrer Ernst-Martin Kittelmann.

DANKE FÜR ALLES!

SEGEN SEGEN SEGEN

Deine Pilgerengel vom Wolfgangsweg

Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen. (Psalm 91,11)  Die Engel stehen für die Tatsache, dass wir persönlich jeden Tag von Gott bedacht sind. (Altpfarrer Ernst-Martin Kittelmann)

 




Die Wolfgangskapelle

Pünktlich zum Wolfgangstag in der “Altbayerischen” erschienen: ein erstklassisch recherchierter Text über die Wolfgangskapelle von Josef Arweck

Der bekannte Autor Josef Arweck aus Böbrach kennt die Wolfgangskapelle sehr gut – von alten bis zu neuen Datierungen. Aktuell erscheint in der “Altbayerischen“, ein Blatt, welches bayernweit erscheint, ein sehr informativer und anschaulicher Bericht über die Wolfgangskapelle. Josef Arwek hat Hildegard Weiler besucht und unter anderem auch zu den neuen Geschehnissen vor Ort befragt. Es ist uns eine große Ehre, dass die Geschichte der Wolfgangskapelle und die Bemühnungen unseres Vereins Pilgerweg St.Wolfgang hier so wunderbar zum Ausdruck gebracht werden. Vielen Dank an Josef Arwek – auch für die Übermittlung des Textes für unsere Internetseite – und beste Wünsche! –

Hier hat der heilige Wolfgang einst gebetet

ein Bericht von Josef Arweck

Vor 170 Jahren wurde die jetzige Kapelle auf dem Wolfgangsriegel in der Pfarrei Böbrach errichtet – Bereits seit 1626 stand hier ein hölzerne Kapelle – Auf dem Weg nach Böhmen soll Bischof Wolfgang soll hier Rast eingelegt haben – Von Josef Arweck

Die Kapelle auf dem „Wolfgangsriegel“ hoch über dem Pfarrdorf Böbrach im Mittleren Bayerischen Wald zieht seit Jahrhunderten fromme Pilger aus der Umgebung an. „Gerade jetzt in der Corona-Zeit ist die Zahl der Pilger stark angestiegen“, weiß Hildegard Weiler zu berichten. Sie wohnt im „Wolfgangshof“ am Fuße des Wolfgangsriegels und ist auch Besitzerin der Kapelle.

Einer frommen, wohlbegründeten Sage zufolge ist der heilige Bischof Wolfgang (934 – 994) auf einer Reise nach Prag, welches damals zum Bistum Regensburg gehörte, in diese Gegend gekommen und hat in stiller Zurückgezogenheit an jener Stelle geruht und gebetet, an welcher jetzt die St. Wolfgangskapelle steht. Ein weiteres Indiz hierfür könnte sein: Als im Jahre 1883 die Pfarrkirche Böbrach restauriert wurde, mussten die weiß übertünchten Wände der Kirche abgeschabt werden. An der Nordwand des Presbyteriums fand sich unter einer neunfachen Kalkschicht ein Gemälde, auf dem ein Bischof als Pilger mitten im Wald dargestellt war. Die neunfache Kalkschicht, die das Gemälde überdeckte, deutet sicherlich auf eine Zeit zurück, welche dem heutigen Wolfgang sehr nahe liegt, so dass man nicht ohne Grund in dem pilgernden Bischof den heiligen Wolfgang erkennen darf, wie er die hiesige Gegend durchzog und an der Stelle der heutigen St. Wolfgangskapelle sich aufhielt.

Dass er mit seiner Hand einen riesigen Felsblock über der späteren Kapelle vor dem Abrutschen bewahrte und dieser Handabdruck noch heute bei genauem Hinschauen und mit etwas Phantasie zu sehen ist, dürfte mit Sicherheit ins Reich der Legende gehören. Dagegen ist sicher belegt ist, dass Martin Müller, der Bräu am Eck bei Böbrach, im Jahre 1776 die vormals kleine hölzerne Kapelle abgebrochen und an deren Stelle eine kleine steinerne Kapelle erbaut hat. Die Kapelle hatte 72 Jahre bestanden, als sie wegen Baufälligkeit im Jahre 1849, also vor gut 170 Jahren, abgebrochen wurde und an ihrer Stelle die heutige Kapelle errichtet wurde.

Erste Kapelle um 1600

Wie in einem alten, mittlerweile vergilbten Heftchen aus dem Jahr 1894, das anlässlich des 900jährigen Jubiläums des heiligen Wolfgang im Pustet-Verlag, Regensburg, herausgegeben wurde, berichtet ist, fanden sich beim Abbruch der Kapelle an einem abgehobelten Schalbrett der inneren Dachseite folgende mit Bleistift geschriebenen Sätze: „Im Jahre 1776 ist diese Kapelle neu erbaut worden von dem ehrengeachteten Herrn Martin Müller, Bräu zu Eck, zu Ehren des heiligen Bischofs Wolfgang als sonderbaren Schutzpatron in allen Nöten.“ Und weiter heißt es: „Diese Kapelle ist aber schon vorher von Holz über hundertundfünfzig Jahre allda gestanden und der heilige Wolfgang verehrt worden, und sehr vielen Menschen in großen Nöten und Anliegenheiten geholfen worden.“

Diese Worte dürften von Bernhard Dremel, Mesner und Schullehrer von Böbrach, bei Erbauung der Kapelle im Jahre 1776 an das erwähnte Schalbrett geschrieben worden sein. Beweis hierfür ist ein Vergleich der Schrift mit den noch vorhandenen Handschriften Dremels. Bernhard Dremel wurde am 12. August 1745 in Böbrach geboren und ist als „emeritierter Schullehrer“ im Alter von 84 Jahren verstorben. Er konnte durch mündliche Überlieferung über das Alter der Kapelle wohl unterrichtet gewesen sein. So dürfte die erste hölzerne Kapelle wenigstens schon im Jahre 1626 gestanden sein.

Der Bau der jetzigen Kapelle im Jahre 1849 kam hauptsächlich durch die Bemühungen des Häuslers Joseph Sterr (oder Steer) von Böbrach und des damaligen Cooperators Joseph Hastreiter zustande. In den Jahren 1879 bis 1881 erfolgte auf Initiative des Cooperators Albert Spors die vollständige Restauration der Kapelle sowie eine Erweiterung des Zugangs und des Vorplatzes. Damals wurde auch ein neuer Altar mit einer neuen Statue des heiligen Wolfgang und den Statuen der Heiligen Wendelin und Florian errichtet, während die alte Wolfgangsstatue einen Platz in der Felsenwand außerhalb der Kapelle erhielt.

Ein besonders freudiges Ereignis für die Pfarrbevölkerung war der Besuch des Bischofs von Regensburg, Ignatius von Senestrey, am 30. Juli 1889, der an der Kapelle verweilte. Dabei schenkte der Bischof der Pfarrei eine Reliquie des heiligen Wolfgang. Am 5. Dezember desselben Jahres ertönte erstmals vom Turm der Kapelle die von Dechant Leonhard von Deggendorf gestiftete und zu Ehren des hl. Wolfgang geweihte Glocke. Nach dem 2. Weltkrieg stiftete Alois Muhr von Schrollhof eine neue Glocke, nachdem die alte während des Krieges abgenommen werden musste.

Kreuzweg zur Kapelle

Ein Jahr nach der Errichtung der heutigen Kapelle schuf Cooperator Joseph Hastreiter im Jahre 1850 auch einen zur Kapelle führenden Kreuzweg. Mindestens ebenso mühevoll wie die Errichtung der Kreuzwegstationen dürfte der Bau der steinernen Treppen in dem steilen und unwegsamen Gelände gewesen sein. Gut 100 Jahre nach der Errichtung des Kreuzwegs, nämlich 1959, ließ Ortspfarrer Josef Knorr (Pfarrer in Böbrach von 1957 bis 1963) einen neuen Kreuzweg errichten. Die etwa 1,20 Meter hohen Kreuzwegstationen aus Granit wurden von den Pfarrangehörigen gestiftet. Die Reliefs aus Kunststein sind in den Granitstein eingelassen und zeigen den Leidensweg Jesu von der Verurteilung bis zur Grablegung.

Auf Initiative der bereits genannten Kapellenbesitzerin Hildegard Weiler und einer Freundin, der Künstlerin Dorothea Stuffer aus Viechtach, wurde im Jahre 2003 der „Verein Pilgerweg St. Wolfgang e. V.“ gegründet. Sein Ziel ist es, die Gestalt des heiligen Bischofs Wolfgang neu zu sehen und sein Wirken auf die heutige Zeit zu übertragen. Dass auch heute noch viele Menschen den Heiligen anrufen und auf seine Fürsprache vertrauen, beweisen die zahlreichen Eintragungen im „Kapellenbuch“, das in der Kapelle aufliegt.

Pilgerverein gegründet

Der Verein „Pilgerweg St. Wolfgang“ will auch die Möglichkeit geben, gemeinsam mit anderen Interessierten und Förderern jene Wege zu verfolgen, die an den heiligen Wolfgang erinnern und die Stätten seines Wirkens durch einen markierten Pilgerweg miteinander verbinden und aufzeigen. Es gibt eine Reihe von Wolfgangswegen, etwa den von Bayern ins Böhmsische hinein, von Neukirchen Heilig Blut nach Regensburg (St. Emmeram) und nach St. Wolfgang in Oberösterreich. „Herzstück“ des hiesigen Pilgerweges ist die etwa 15 Kilometer lange Wegstrecke von Viechtach nach Böbrach zur Wolfgangskapelle. Den Pilgerweg markieren Schäfchenfiguren aus Blech, die von der Künstlerin Dorothea Stuffer geschaffen wurden.

Neu hinzu kam der Brauch, Birkenkreuze entlang des Kreuzweges hinauf zur Wolfgangskapelle zu tragen, verbunden mit einem Anliegen, einer Bitte oder einem Dank für erhaltene Hilfe, „und so ein Stück weit den `Kreuz-Weg` mit Christus zu gehen“, wie Kapellenbesitzerin Hildegard Weiler es ausdrückt.

Unterschriften unter den Fotos: 

Beliebtes Ziel von Pilgern und Wanderern: die Wolfgangskapelle auf dem Wolfgangsriegel hoch über dem Pfarrdorf Böbrach gelegen.

Ein einfacher Holzaltar mit einer Figur des hl. Bischofs Wolfgang ziert das Innere der Kapelle. a

Mächtige Felsbrocken ragen über die Kapelle.

Eine Gedenktafel erinnert an den Besuch des Bischofs von Regensburg im Jahre 1889.

Steil und steinig ist der Kreuzweg hinauf zur Wolfgangskapelle.

Manche Pilger nehmen die Last eines Birkenkreuzes mit auf dem Weg zur Kapelle.

Blechschafe markieren den Pilgerweg, die von der Künstlerin Dorothea Stuffer geschaffen wurden.

14 Kreuzwegstationen auf dem steinigen Weg zur Kapelle. Auf den Reliefs ist der Leidensweg Jesu dargestellt: hier die fünfte Kreuzwegstation: „Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen“.

Hildegard Weiler, Kapellenbesitzerin und Vorsitzende des Pilgervereins, ist von der Gestalt des heiligen Bischofs Wolfgang fasziniert.

Ein im Felsen aufgemaltes Kreuz soll jene Stelle markieren, an der der hl. Wolfgang der Legende nach mit seiner Hand den Felsen vor dem Herabstürzen aufgehalten hat.

Fotos: Josef Arweck

Lebensdaten des heiligen Wolfgang

– Geboren 924 in Pfullingen bei Reutlingen

– Erziehung in der Klosterschule auf der Reichenau

– Wirkte später als Lehrer und Leiter der Domschule in Trier

– 965 wurde Wolfgang Mönch der Benediktinerabtei Einsiedeln und wurde danach zum Priester geweiht

– 972 Ernennung zum Bischof von Regensburg, wo er 20 Jahre wirkte

– Höhepunkte seines Wirkens waren die Abtrennung des Bistums Prag, die Reform der Klöster und sein soziales Wirken

-Wolfgang verstarb am 31. Oktober 994 in Pupping bei Linz

– Begraben ist Wolfgang in St. Emmeram in Regensburg

– 1052 erfolgte seine Heiligsprechung.

Ein großer Bericht von Josef Arweck über die Wolfgangskapelle erschien dieses Jahr auch in der Lokalpresse.




Luther -Halloween – Wolfgang – – Die Birkenkreuz-Segnung am Wolfgangsweg

Pilger Rudi Simeth untermalt die Andacht am Wolfgangs-Kreuzweg mit klangvoller Veenharfe-Musik

Luther – Halloween – Wolfgang

  Birkenkreuz-Segnung am Wolfgangs-Kreuzweg

Die naturbelassen-urwüchsigen Birkenkreuze am Wolfgangsweg gibt es seit dem Sommer 2015. Sie hatten ihren “ersten Auftritt” bei einer Pilgerfeier zum Johannistag in Arnbruck, wo sie eine Zeitlang durchs Dorf am dort verlaufenden Wolfgangsweg als Wegweiser dienten. Etwas später kamen sie zum Wolfgangsriegel bei Böbrach, um dort beim Einstieg zum Kreuzweg auf Pilger und Wanderer zu warten. Diese werden mittels eines Plakates eingeladen, solch ein gezimmertes Kreuz die uralten Granitstufen hinauf zur Wolfgangskapelle zu tragen.

 “Ein Stück mit Christus gehen”, so beschreibt Altpfarrer Ernst-Martin Kittelmann dieses Kreuztragen. Am 31.Oktober leitete der Geistliche eine Segnungs-Andacht an diesem sagenumwobenen Ort. Die Kreuze kann man, verbunden mit einem anliegen, einer Bitte oder einem Dank, zur Kapelle hinauf tragen. Das war die Idee von Xaver Hagengruber, Mitglied des Vereins Pilgerweg St.Wolfgang. Seither wird wird dieses kleine Ritual von den zahlreichen Kapellenbesuchern sehr gut angenommen und ist bereits zu einer neuen Tradition geworden. Xaver Hagengruber und einige Pilgerhelfer vom Wolfgangs-Pilgerverein haben sich heftig ins Zeug gelegt und 33 neue Birkenkreuze hergestellt. das Material hierfür hat Bernhard Bielmeier zur Verfügung gestellt.

Zahlreiche Besucher kamen zur Birkenkreuz-Andacht

Hildegard Weiler, 1.Vorsitzende des Vereins Pilgerweg St.Wolfgang, in deren Privatbesitz seit rund 20 Jahren die Wolfgangskapelle ist, begrüßte die 20 Teilnehmer und gab einen kurzen Überblick über die Entstehung des Wolfgangsweges. “17 Jahre Arbeit am Pilgerweg! Basierend auf den alten Wallfahrten treibt auch heute wieder dieser lichtspendende heilige Wolfgang, Parton Bayerns, die Menschen zu solchen Orten.”

Josefa Schmid Mitte , Xaver Hagengruber links, Pilger Rudi Simeth rechts

Schirmherrin des Wolfgangsweg-Herzstücks und ehemalige Bürgermeisterin von Kollnburg Josefa Schmid erinnerte an die beliebten Veranstaltungen, die der Wolfgangs-Pilgerverein zu Ehren des Heiligen in den letzten acht Jahren begangen hat. Zum Namen Wolfgang wusste sie zu erwähnen, dass der Name “der zu den Wölfen – das bedeutet zu den Heiden – geht” bedeutet.

Pilger Rudi singt zur Veeh-Harfe

Rudi Simeth aus Weiding, Oberpfalz, bekannt auch als “Pilger Rudi”, schmückte die Andacht mit spirituellen Lied-Einlagen, wobei er zur Veeh-Harfe sang: “Ins Wasser fällt ein Stein”, “Von guten Mächten wunderbar getragen” “Amazing grace”.

Altpfarrer Ernst-Martin Kittelmann hält die Predigt

In seiner Predigt wies Altpfarrer Ernst-Martin Kittelmann auf drei Punkte dieses markanten Datums hin: Der 31.Oktober sei ein wichtiger gebündelter Gedenktag, Luther, Wolfgang, Halloween. “Seit paar Jahren hat sich das Spiel um Halloween mit Maskerade und Gruselszenen mehr und mehr durchgesetzt: Gib Süßes, sonst gibt’s Saures!” Saures im Leben lasse sich oft nur mit Süßem ertragen, gab der Geistliche weiterführend zu bedenken. Mit 95 Thesen an der Schlosskirche zu Wittenberg erstellte Martin Luther eine Diskussionsgrundlage zur Erneuerung der ganzen Kirche. Eine Kirchenspaltung habe der Reformator nicht gewollt. Ebenso wie der heilige Wolfgang einige hundert Jahre vorher die ganze Kirche reformieren wollte und Missstände in den Klöstern korrigieren wollte ohne dadurch zu spalten. Es gehe beim Birkenkreuz-Tragen und beim Pilgern nicht um ein Event oder eine Leistung, sondern vielmehr um eine Wirkung nach innen. Die Wolfgangskapelle ist zwar dem heiligen Wolfgang geweiht, sie sei jedoch ein Ort “aller Heiligen”. Wer in sich gesammelt hinauf gehe, gehöre zu “allen Heiligen”. Heilig sein heiße sich ganz mit Vertrauen an Gott zu wenden, “der mich in meiner Schwachheit und Armut heilig spricht. In dieser Verbindung mit Gott kommt etwas Süßes in mein Leben. Davon haben Luther und Wolfgang gepredigt.”

  Im Anschluss an diese bewegenden Worte erzähle Pilger Rudi von seinen beiden großen Pilgerwanderungen von der Wolfgangskapelle bis nach St.Wolfgang im Salzkammergut; 2014 zu Fuß und 2019 mit dem Fahrrad. “33 neue Birkenkreuze sind heute hier bereit, und ich habe damals genau 33 Tage bei meiner Pilgerwanderung gebraucht.”

Father Mokshanand Talari segnet die Birkenkreuze

Father Mokshanand Talari

Hildegard Weiler und Susanne Keilhauer, evangelische Vakanzvertreterin von Bodenmais, trugen die Fürbitten vor und gedachten der am 9.Oktober unerwartet verstorbenen Karla Singer, Vorstandsmitglied des Wolfgangs-Pilgervereins und aller bisher verstorbenen Vereinsmitglieder, zu denen auch Hajo Bach und Carola Pätzold gehören.

Die evangelische Vakanzvertreterin von Bodenmais, Susanne Keilhauer

Nach dem Vaterunser und dem Segen machten sich noch ein paar Andacht-Teilnehmer im schimmernden Abendlicht mit einigen Birkenkreuzen auf zur Wolfgangskapelle und zündeten dort Kerzen zur Feier des Wolfgangstages an.

Xaver Hagengruber trägt ein Birkenkreuz zur Wolfgangskapelle

Kreuzträger auf der Wolfgangskapelle – Foto: Hans Mauerer